Ein digitaler Guide für das SIG Areal in Neuhausen am Rheinfall. Firmen finden, Wege finden, Touren planen, Zugverbindungen sehen, Räume buchen. Zwölf Sprachen, kein Download, ein Antippen.
sigareal.app
Mobile first, gebaut für den Moment, in dem jemand mitten auf dem Areal steht und etwas sucht.
Diese Fallstudie beginnt nicht mit einem Briefing, sondern mit einer Beobachtung. Ich bin seit bald fünf Jahren selbst Mieter auf dem SIG Areal. Wer hier täglich ein und aus geht, bekommt dieselben Fragen immer wieder gestellt, von Besucherinnen und Besuchern, die zum ersten Mal da sind: Wo ist die Toilette? Wo finde ich das Restaurant? Wo geht es zum Rheinfall? Wie komme ich zurück zum Bahnhof?
Und es sind nicht nur die Gäste. Auch Postbotinnen und Kurierfahrer standen regelmässig vor demselben Problem. Sehr viele Firmen auf dem Areal haben dieselbe Adresse, Industrieplatz 1. Das Areal ist gross und die Firmen sind darüber verteilt, während der Industrieplatz 1 das Hauptgebäude gleich beim Ankommen ist. Eine korrekte Adresse führt hier also nicht zwangsläufig zur richtigen Tür.
Aus dieser einen wiederkehrenden Situation ist die App entstanden. Nicht aus einer Kampagnenidee, sondern aus einem Problem, das jeden Tag sichtbar auf dem Platz stand. Je länger ich hingeschaut habe, desto mehr kam dazu, und genau deshalb ist die App heute so umfangreich.
Neuhausen am Rheinfall lebt von Tagesgästen. Die meisten bleiben zwischen einer und vier Stunden. Wer so kurz da ist, installiert nichts aus einem App Store. Der Weg über Suche, Installation, Zustimmung und Erstöffnung ist länger als der Aufenthalt selbst. Eine klassische App wäre gebaut und ungenutzt geblieben.
Deshalb ist die SIG Areal App eine Progressive Web App. Ein Antippen des QR‑Codes oder des Links, und sie ist da. Kein Store, keine Installation, kein Konto. Wer sie behalten will, legt sie mit zwei Klicks auf den Home‑Bildschirm und hat sie danach wie eine installierte App, im Vollbild, ohne Browserleiste.
Dasselbe Denken steht hinter den zwölf Sprachen. Ich habe nicht geraten, welche Sprachen nötig sind, sondern über Jahre beobachtet, wer hier tatsächlich ankommt. Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Russisch, Japanisch, Chinesisch, Koreanisch, Arabisch und Hindi. Arabisch inklusive Darstellung von rechts nach links.
Beim ersten Öffnen erscheint deshalb als Erstes die Sprachauswahl. Zwölf Kacheln, ein Antippen, fertig. Diese Wahl trifft man genau einmal: Die App merkt sich die Sprache ein Jahr lang und startet beim nächsten Aufruf sofort in der zuletzt gewählten. Wechseln lässt sie sich jederzeit unten im Fussbereich.
Simplicity ist hier kein Schlagwort, sondern die härteste Anforderung im ganzen Projekt. Alles, was zwischen einem Menschen mitten auf dem Areal und seiner Antwort steht, ist ein Fehler.
Lieferumfang
Zwölf Bausteine, die zusammen einen vollständigen Guide für ein Areal ergeben, vom ersten Tag an mehrsprachig und ohne Installation nutzbar.
Jede Firma auf dem Areal mit Kategorie, Beschreibung, Öffnungszeiten, Telefon und einem Knopf, der direkt zur richtigen Tür navigiert. Das löst das Industrieplatz‑1‑Problem.
Verfügbare Zeit und Interessen wählen, die App stellt daraus eine persönliche Route zusammen, in sinnvoller Reihenfolge und mit realistischen Gehzeiten.
Sehenswürdigkeiten, Aktivitäten, Fotospots, Parkplätze und Informationspunkte auf dem Areal und in der Umgebung, filterbar und durchsuchbar.
Restaurants, Bars, Cafés, Imbisse und Supermärkte mit Bildern, Öffnungszeiten, Kontakt und, wo vorhanden, der Speisekarte.
Hotels der Umgebung mit Detailseiten und Navigation, nicht nur die Angebote auf dem Areal selbst.
Mini‑Hotel, Coworking, drei Sitzungszimmer und Event Location direkt in der App buchbar, über ein eingebettetes Buchungssystem.
Der Eventkalender des Areals mit Datum, Ort, Preis und Veranstalter. Die offiziellen Events werden automatisch von der Arealseite übernommen und übersetzt.
Echte Abfahrtszeiten ab den beiden Bahnhöfen, mit Verspätung, Gleis, Umstiegen und Verbindungssuche. Daten aus dem Schweizer Fahrplansystem, im Minutentakt aktualisiert.
Die drei Dinge, die man nur sucht, wenn man sie sofort braucht. Öffentliche WC mit Wegbeschreibung, Informationspunkte und eine SOS‑Seite mit Direktwahl von Polizei und Ambulanz.
Alle Inhalte mehrsprachig gespeichert, Sprachauswahl beim ersten Start und danach ein Jahr lang gemerkt, Arabisch mit Darstellung von rechts nach links. Übersetzungen KI‑gestützt direkt im Admin‑Bereich.
Firmen, Orte, Events, Speisekarten, Wanderrouten, Bilder und Benutzer werden zentral gepflegt, mit Rollen, Audit‑Protokoll und Vorschau vor dem Speichern.
Seitenaufrufe, Sprachen und Verweildauer werden anonym erfasst. Keine IP‑Adressen, keine Tracking‑Cookies, keine Profile. Do Not Track wird respektiert.
Entscheidungen
Die häufigste Frage im Projekt, und die beste. Fünf Antworten darauf, die zugleich erklären, warum die App so gebaut ist, wie sie gebaut ist.
Eine Karte beantwortet Fragen. Sie beantwortet aber nur Fragen, die jemand schon stellen kann. Wer nicht weiss, dass es auf dem Areal ein Mini‑Hotel, einen Coworking‑Bereich, eine Aussicht oder ein bestimmtes Restaurant gibt, wird nie danach suchen. Die App dreht die Richtung um: Sie zeigt zuerst, was es gibt, und navigiert erst danach.
Wenn Dutzende Firmen dieselbe Strassenadresse teilen, hilft die Adresse niemandem. In der App hat jeder Eintrag eigene Koordinaten. Ein Antippen führt zum Gebäude, nicht zum Areal‑Eingang. Genau das war der ursprüngliche Anlass für das ganze Projekt.
Vorher lagen die Informationen verstreut: Website, Aushänge, Fahrplan, Buchungsseiten, Eventkalender. Die App führt das an einem Ort zusammen. Wer ankommt, braucht eine Adresse im Kopf, nicht sechs.
Die App wirbt nicht. Sie ist nützlich, und wird gerade dadurch zum stärksten Kanal des Areals. Jede Firma, jedes Angebot, jede Veranstaltung ist Teil eines Werkzeugs, das jemand freiwillig öffnet, weil er gerade etwas braucht.
Tagesgäste kommen einmal. Menschen, die hier arbeiten, kommen jeden Tag. Für sie ist das Firmenverzeichnis, der Mittagstisch, der Fahrplan und der Sitzungszimmer‑Kalender der Grund, die App zu behalten. Das ist der Unterschied zwischen einer Kampagne und einem Werkzeug.
Am Ende überzeugt hat nicht die Funktionsliste, sondern die Kategorie. Die SIG Areal App ist Brand Utility: Markenarbeit, die nicht unterbricht, sondern hilft. Niemand überspringt sie, niemand blockt sie weg, niemand muss sie ertragen. Sie wird geöffnet, weil sie in diesem Moment das Nützlichste auf dem Bildschirm ist.
Das ist meine Spezialität und die Überzeugung hinter dem Projekt: Das Produkt ist das Marketing. Ein Werkzeug, das jemand freiwillig benutzt, erzeugt mehr Bindung als jede Anzeige, die er wegklickt. Für ein Areal, das ohnehin Besucherinnen und Besucher empfängt, ist das die naheliegendste und zugleich am seltensten gewählte Form von Marketing.
Dass es hier gepasst hat, liegt auch am Ort selbst. Das SIG Areal ist modern gedacht und wird von Leuten geführt, die zukunftsorientiert arbeiten. Ein digitaler Guide ist dort keine fremde Idee, sondern die logische Fortsetzung dessen, was auf dem Gelände ohnehin passiert.
Die App läuft auf Next.js mit einer Supabase‑Datenbank, die öffentliche Schreibzugriffe konsequent ausschliesst. Inhalte werden gelesen, geschrieben wird nur serverseitig über den geschützten Zugang. Bilder liegen im gleichen System, der Admin‑Bereich ist über Rollen, Sitzungsprüfung und E‑Mail‑Freigabeliste abgesichert.
Die Live‑Daten kommen aus mehreren Quellen: Abfahrten und Verbindungen aus dem Schweizer Fahrplansystem, das Wetter über einen zwischengespeicherten Wetterdienst, die offiziellen Veranstaltungen direkt von der Arealseite. Übersetzungen laufen KI‑gestützt, mit Rückfall auf die Originaltexte, wenn ein Dienst einmal nicht erreichbar ist. Fällt eine Quelle aus, zeigt die App einen neutralen Platzhalter statt einer Fehlermeldung.
Dazu kommt die Infrastruktur, die man erst bemerkt, wenn sie fehlt: Manifest und Service Worker für den Betrieb als installierbare App, strukturierte Daten und Open‑Graph‑Tags für Suchmaschinen und geteilte Links, eine anonyme Statistik ohne Cookies und ein Audit‑Protokoll über alle Änderungen im Admin‑Bereich.
Die SIG Areal App ist seit 2026 unter sigareal.app in Betrieb und gehört als Lizenz zur SIG Gemeinnützigen Stiftung. Sie deckt heute das Areal, die Gastronomie und Hotellerie der Umgebung, die Veranstaltungen, die Buchungsangebote und den öffentlichen Verkehr ab, und wird im Admin‑Bereich vom Areal selbst gepflegt.
Unter der App steht day.guide, die Plattform von fdk.ai für KI‑gestützte Destinations‑Guides. Das SIG Areal ist die erste Schweizer Umsetzung darauf. Was hier entwickelt wurde, der Tour‑Guide, das Firmenverzeichnis mit Navigation, die zwölf Sprachen, der Live‑Fahrplan, fliesst in die Plattform zurück und steht weiteren Standorten zur Verfügung, in der Schweiz und darüber hinaus.
Für Arealbetreiber, Gemeinden und Tourismusorganisationen heisst das: Der Weg von der Idee zur laufenden App ist deutlich kürzer als hier, weil die Plattform steht. Was bleibt, ist die Arbeit, die wirklich lokal ist, nämlich zu verstehen, welche Fragen die Menschen vor Ort tatsächlich stellen.
Ihr Standort
Ob Areal, Gemeinde oder Tourismusregion: Erzählen Sie mir, welche Fragen Ihre Besucherinnen und Besucher stellen. Ich sage Ihnen, ob und wie eine App darauf antworten kann, was sie kostet und wie schnell sie live gehen kann.